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Das war 2022 – Rückblick der Autor:innen: Marc Erdbrügger  

Das war 2022 - Rückblick der Autor:innen: Marc Erdbrügger  

2022 – Here we go again. Ein weiteres Jahr als PiN-Autor liegt hinter mir.

Ein Jahr welches geprägt wurde durch Pandemie, Kriege, Existenzängste, Klimawandel und Inflation. Die Schreckensnachrichten rissen also auch 2022 leider nicht ab. Das Krisen allerdings auch einen guten Nährboden für kulturelle Themen bedeuten, belegt ein Blick in die diesjährigen Highlights meines Plattenschrankes und ein Streifzug durch die verschiedenen Blog-Einträge von PiN. 

EPs/Alben des Jahres  

Die Auswahl an großartigen Alben war dieses Jahr so groß, dass ich mich tatsächlich erstmals zu einer Top 40 durchringen konnte. Der Blick auf die Liste überführt 2022 als ausgesprochen gutes Jahr für den Pop. Auch wenn einige Überraschungen auf den hinteren Plätzen für einiges an Kopfschütteln sorgen dürften. Mit Hatchie, Metronomy und FLITTERN finden sich dabei sogar drei Alben in der Top 10 welche ich 2022 für PiN besprechen durfte. Zudem gelingt Rolo Tomassi das Kunststück, den ersten Platz aus meinem 2018er Poll mit dem Nachfolgealbum zu verteidigen. Grandiose Band. 

Songs des Jahres

Wenn es so viele potentielle Alben des Jahres gab, muss es logischerweise auch eine ganze Menge an großartigen Songs gegeben haben. Dabei stach für meinen Geschmack die Kollaboration der britischen Indie-Popper von Swim Deep mit dem australischen Dream-Pop Girl Hatchie heraus. Die Kombination aus dem treibenden Indie-Gitarren Sound und den dreamy Vocals klingt dabei so zuckersüß, dass man vor erhöhter Diabetes-Gefahr warnen muss. 

Weitere großartige Songs des Jahres welche nicht unerwähnt bleiben sollten: 

  • Billy TalentForgivness
  • Beach House Over and Over
  • Proper.Jean
  • beabadobeeTalk
  • Florian Paul & Die Kapelle der letzten HoffnungZeitgeist

Konzert/Festival des Jahres

Das Jahr in dem die Musik auf die Bühnen zurückkehrte glänzte in völliger Ambivalenz. Für viele Künstlerinnen und Künstler hieß es dieses Jahr „Sold Out“ oder „Fällt Aus“. Während die ganz großen Mega-Events schon früh „Ausverkauft“ vermelden konnten, mussten ganze Tourneen von kleinen und mittelgroßen Bands abgesagt werden. Es bleibt mir also nichts weiter übrig als Kapelle Petra zu zitieren und zu singen: „Geht mehr auf Konzerte“ – und vor allem auch auf die von kleinen Künstlerinnen und Künstlern. Zudem nutzt bitte den Vorverkauf.  

Mein persönliches Konzert bzw. Festival des Jahres musste hingegen nicht mit schlechten Besucherzahlen kämpfen. Kein Wunder, wenn man nochmal seinen Blick über das Line-Up schweifen lässt. Das MAD COOL in Madrid bekommt von mir eine uneingeschränkte Empfehlung. 

Newcomer/Überraschung des Jahres

Natürlich bin ich nicht so sehr am Puls der Zeit, dass ich hier den absoluten Geheimtipp aufdecke. Denn mein Newcomer des Jahres ist bereits seit 2020 eine große Nummer im Indie-Music-Game. Auf jeden Fall führt er als Speerspitze die Neue Neue Deutsche Welle an und sorgte für eine Renaissance ästhetischer Synth-Musik. Die Rede ist von Edwin Rosen, welcher zwar auch 2022 immer noch kein Album veröffentlicht hat, jedoch für ausverkaufte Konzerte von Stuttgart bis Kiel im Alleingang sorgt.  

 Film des Jahres

Der Science-Fiction Abenteuerfilm Everything Everywhere All at Once kam ebenso überraschend wie imposant daher. Ein Multiversum Film ohne Marvel und gefüllt mit tausend wahnwitzigen Ideen, die einen fast durchgängig WTF denken lassen. 

Serie des Jahres

Kaum eine Serie ist so berechnend wie Stranger Things auf Netflix. Nachdem eigentlich schon Staffel Drei über den Shark gejumpt ist, hat sich die Serie mit der vierten Staffel wieder gefangen. Alle Knöpfe des 80er Jahre Synthesizers werden gedrückt und Musik wird so perfekt eingesetzt, dass selbst Kate Bush mit Running Up That Hill fast dreißig Jahre nach Erstveröffentlichung ihren ersten US Top 10 verzeichnen konnte. Wann war eine Streaming-Serie je so mächtig? 



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War das Jahr 2021 ein recht überschaubares Musik-Jahr und Live-Konzerte genauso rar wie überragend gute Album-Neuerscheinungen, so startete das Jahr 2022 mit einer Mega-Überraschung und legte die Latte auch schon echt hoch. Als ob ich es geahnt hätte, kam dann auch wirklich nichts Besseres mehr und das Jahr verlief relativ unspektakulär.



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