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Vinyl Galore & Plattenspieler

We’ll Go Machete – Six Plus Ten

Keine clevere Veröffentlichungspolitik den hektisch rockenden 90er Jahre Post-Core des Debütalbums „Strong Drunk Hands“ um die selbst betitelte Vorgänger EP unnötig in die Länge zu ziehen und somit zwei Veröffentlichungen auf einem Silberling mit dem Namen „Six Plus Ten“ zu bannen.  Eine zweite CD wäre irgendwie sinnvoller gewesen oder hatte das Label Befürchtung, dass in den Regalen dieser Welt bei Ordnung nach Genre kaum mehr als eine CD zwischen Fugazi, Quicksand und Drive like Jehu Platz finden kann?

Glücklicherweise klingt das gesamte Material der Texaner dennoch wie fast aus einem Guss und so bleibt nur zu bedauern, dass dieser hyperventilierende Gaspedal-Hardcore einfach seines ursprünglich knackigen Rahmens beraubt, gen Ende droht zu überfordern. Eigentlich schade, denn auch wenn man sich stets an bereits existierende Songs anderer Bands erinnert fühlt, rezitiert „Six Plus Ten“ einfach liebevoll und ruppig charmant seine Idole.

Ein wahrer Zappelphilipp zum Liebhaben, der mal punkig rotzig, mal krachend seine Wut per Zeitmaschine in die Frühphase der Neunziger beamt, um sie vom Nektar dieser goldenen Zeit des Hardcore kosten zu lassen. Eine Zeit, in der sich unser liebstes Kind von seiner tumben und wütenden Vergangenheit losgelöst und dem Gefühl der Verzweiflung und dem Krach einer unsteten und Angst einflößenden Welt geöffnet hat. Und so finden sich folgerichtig auch hier diese zerbrechlich melodiösen Momente, die We´ll Go Machete einfach noch nahbarer und intensiver machen. Der wütend angestachelte und phrasenartige Gesang (erinnert frappierend an eine Mischung aus Scott Hill und Bryan Holland) thront dabei über all dem Gepeitsche und Geschepper und macht das Vergnügen komplett. Wäre „Six Plus Ten“ 1993 noch überall Album des Jahres geworden, bleibt es 2012 einfach einer deutlich kleineren Gruppe vorbehalten und fungiert damit als Leckerbissen für Kenner.

 



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