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This Patch of Sky – Heroes and Ghosts

Beruhigende, harmonische Keyboard-Klänge, dann ein Brachial-Gitarren-Sound, der dich gegen die Wand drückt: das passiert in den ersten zwei Minuten des Openers „And death shall have no dominion“ auf dem Album von THIS PATCH OF SKY. Das ist schon mal ein interessanter Einstieg auf dem Debut-Album (nach zwei vielbeachteten EPs) der Oregoner Postrock-Band.

Der Nachfolger „Ten thousand hours“ ist im Vergleich zum Opener fast schon groovy und gefällt mit interessanten Drum-Arrangements und den allseits bekannten, schwebenden Gitarren, welche an EXPLOSIONS IN THE SKY erinnern, die von THIS PATCH OF SKY gemocht werden. „Building with sand“ geht in eine ähnliche Richtung, das Lied „The moon be still as bright“ ebenso, während bei „Selah“ eine düstere Ambient-Atmosphäre ohne Rhythmus beschert wird: ein Highlight der Platte, welches hypnotisch ist. Der gesprochene Text ab der Trackmitte ist leicht irritierend und hinterlässt ein bis zwei Fragezeichen. Danach geht es musikalisch wieder zurück in einen Tunnel, um es bildlich auszurücken. Ist dort ein helles oder ein dunkles Licht zu sehen? Does anyone care?

Der Abschlusstrack „White Shores“ sowie „Thought the stars we’ve seen“ warten mit etwas bieder wirkenden MOBY-Keyboardflächen auf. Auch der Vegetarier aus New York hat öfter mal „Stars“ in seinem Titel-Repertoir – klar, Sterne gehen immer. Die Songtitel beinhalten noch mehr Assoziationen weckende Wörter: Death, Sand, Frozen, Light, Heroes, Ghosts, Stars, Moon, Shores, Light. Im Gegensatz zu MOGWAI und einigen anderen Bands, die durch dadaistische Songtitel und seltsame Konzert-Hintergrundvideos etwas Hase- und Igel-mässig dem Postrock-Genre ein Schnippchen schlagen und innovations-mässig punkten, wird bei THIS PATCH OF SKY eher altbekanntes in aufgerfrischter Form in etwas kompakterer Form (sprich: klarere Lied-Strukturen) als im Genre üblich präsentiert.

Die Mischung macht’s, und so ist das Album „Heroes and ghosts“ trotz einiger zu glatt gebügelter Momente eine interessante Sache, nicht zuletzt durch die gute Produktion, welche crispy klingt (das Gegenteil von Soundbrei) und bei der jedes Instrument sehr deutlich und gleichberechtigt nebeneinander zu hören ist. Das Oregoner Kollektiv hat damit einen weitere Facette in ihrem Freundschaft-und-Musik-gehen-gemeinsam-Lebenentwurf ergänzt.



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