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Vinyl Galore & Plattenspieler

The End Of The Ocean – In Excelsis

Ohrwurmmelodiekompetenz.

Manchmal ist weniger mehr. Am liebsten hätte ich hier eine komplette neue LP mit zehn, zwölf Stücken von The End Of The Ocean im Player – statt der EP mit nur vier Songs, die auf den Namen ‚In Excelsis‘ hört.

Aber das, was die fünf Columbusser (Comlumben? Comlumbusianer? Nicht Kolumbianer jedenfalls, The End Of The Ocean kommen nämlich nicht aus dem schönen Land in Südamerika mit den weniger schönen politischen Verhältnissen, sondern aus Columbus, Ohio, der Stadt in Nordamerika mit den Einwohnern von denen ich nicht weiß ich sie bezeichnen soll) hier auf unter eine halbe Stunde komprimiert zum besten geben, hat eine durchaus hohe Haltbarkeit. Die vier Instrumentalstücke bleiben nämlich auch des öfteren gerne mal im Gehörgang haften, Melodie ist hier definitiv die Kernkompetenz.

Das beweisen alle vier Stücke gleichermaßen – ‚On Floating‘ lädt da mit seinem hübsch klimpernden, dadurch sehr optimistisch klingenden Intro fast schon zum Imgrasliegenundwolkenbeobachten ein und liefert in seinem Verlauf dem Kopfkino genügend Feuer für ein ebenso hübsches kleines, vollkommen imaginäres Musikvideo. Würde man also nicht grade im Gras liegen könnte man da sicher was geniales zusammenschneiden. Ein wenig heftiger und direkt in medias res, aber nicht weniger schön geht’s bei ‚Star-Crossed‘ weiter. Auch hier gibt’s wieder Kopfkinopotenzial der Extraklasse, noch dazu versehen mit einer feinen, epischen Gitarrenwand.

Da ist dann leider schon die erste Hälfte des Albums vorrüber und man schreibt sich erstmal groß „Die restlichen anderen Platten von The End Of The Ocean anhören!“ auf die mentale to-do-Liste, gleich vor „Zu besagter Band ein episches Musikvideo zusammenschneiden“ und „Endlich aus dem Gras aufstehen, denn der Sommer ist vorbei und es regnet“. ‚Like Honey From The Branch‘ setzt die Entwicklung dann fort und beginnt noch ein wenig fetter und schickt die nächste kleine Ohrwurmmelodie auf ihren Weg, bevor dann auch schon der letzte Song beginnt. Der heißt – als hätten sie es geahnt! – ‚All That Is Will Cease‘, nach bisschen mehr als sechs Minuten stellt sich der Kopfkinoabend nämlich auch schon wieder ein. Vorher begeistern The End Of The Ocean einen aber noch ein wenig mit wuchtigen Riffs und der nächsten, wenn auch letzten, Ohrwurmmelodie, die sich in einem amtlichen Finale gipfelnd aus den Boxen wuchten.

Und so bleibt dem geneigten Postrockhörer nicht viel mehr, als sich ‚In Excelsis‘ noch mal von vorne anzuhören und sich anschließend auch mit den anderen zwei größeren Releases von The End Of The Ocean anzuhören und auf deren Website www.theendoftheocean.com das eine oder andere Zusatzfeature zu erstöbern. Da gibt’s neben einer Fragerunde der Band bei reddit nämlich unter anderem auch ein komplett aufgezeichnetes Konzert als Fanfutter. Lohnt sich, würde ich mal sagen.

1. On Floating (5:20)
2. Star-Crossed (6:50)
3. Like Honey From The Branch (5:00)
4. All That Is Will Cease (6:15)



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