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Vinyl Galore & Plattenspieler

Storm Corrosion – Storm Corrosion

Mikael Åkerfeldt und Steven Wilson, zwei der kreativsten Musiker unserer Zeit veröffentlichen ihre erste gemeinsame Arbeit. Ein Album das sich von dem voherigen Weg der beiden Protagonisten wegbewegt und neue Perspektiven eröffnet. Für die Macher und den Hörer gleichermaßen.

„Drag Ropes“ der düstere Opener klingt noch nach Opeth wenn Mikael Akerfeldt’s Gesang einsetzt und schwebt mit psychedelischen Sequenzern und folkigen Gitarren in nicht fassbare Bereiche. 2 stimmiger Gesang und  verquere Rhythmen enden in klassischen Motiven. Zeitlos und intensiv. Storm Corrosion erzeugen eigenartige Soundcollagen und zitieren dabei den Musikfundus der letzen 40 Jahre. Wenn sie im Titeltrack den Folk zelebrieren und ihn in cinemascope- artige Konstrukte giessen, wird klar das es um mehr als nur leicht nachvollziehbare Songs geht. Akzente setzen, Möglichkeiten ausschöpfen. Kein Note zuviel, puristisch und doch avantgardistisch. Das Album bietet eine Grundstimmung in der die subtilen Segmente hervorstechen sollen.

Der einzige Ausbruch erfolgt dann auch nur im Song „Hag“ mit einem in den Hintergrund gemischten Schlagzeug. Pianosuiten und jazziger Versatzstücke gehören genau so zum Reportoire wie entrückte Folksongs. Mikael Akerfeldt übernahm die Gitarrenparts und Gesang, Steven Wilson Piano, Keyboards, Drums und Gesang. Es ist eine gekonnte Arbeitsteilung, die nur in einer 10 jährigen Freundschaft funktionieren kann und sonst in egoistischen Grabenkämpfen geendet wäre. Im letzten Song liefern sich Akerfeldt und Wilson faszinierende Gesangsduelle und lassen den Song atmen und treiben. Immer wieder erwähnten die beiden Musiker wie essenziell für sie das Album „Spitit of Eden“ vonTalk Talk ist. Storm Corrosion ähnelt diesem Werk aufgrund seiner Erneuerung durch eine natürliche und in aller Konsequenz durchgezogenen Handschrift. Um es mit Mark Hollis Worten zu zitieren :“Before you play two notes learn how to play one note – and don’t play one note unless you’ve  got a reason to play it.“



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