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Philm – Harmonic

Weder Fisch noch Fleisch, weder Versprechen noch Erfüllung, weder gelungene Reminiszenz an den Geist alter Tage noch Fortschritt krachiger Rockmusik bietet dieses überambitionierte Trio mit ihrer fordernden Mischung aus abgestandenen Unsane und Helmet Riffs, eigentümlich reduziertem Hardcore, jazzigen Elementen, gewollt klingendem Noise und gelangweilt polternenden Drums.

Konsequent ausgespart bleibt hierbei auch der Name der Band, der Drumikone Dave Lombardo hauptberuflich angehört, denn andernfalls dürfte sich doch herbe Enttäuschung beim zweifelhaften Genuß des Debüts von Philm über die Köpfe der Hörer legen. Ähnlich konsequent spart das Trio nämlich selbst irgendeine Nähe zum bisherigen Werk des Slayer-Drummers (oops!) aus und lässt jeden ratlos zurück, der versucht dem auf Mike Patton´s Label erscheinendem „Harmonic“ mit verlegenen Verweisen auf weitere Aktivitäten des Sympathieträgers bei Grip Inc. oder Fantômas auf die Schliche zu kommen.

Auch der Verweis auf die Vergangenheit des Sängers bei der Prog-Legende Civil Defiance hilft hier nicht weiter, denn die haben bereits vor über 15 Jahren packender und aussagekräftiger Wut mit komplexen und progressiven Rockessenzen in einer solch einzigartigen Weise fusioniert, die Philm einfach nicht einmal im Ansatz durchschimmern lassen wollen. Nur im halbwegs versöhnlichem „Area“ gelingt der Spagat zwischen Wucht und melancholischem Ambiente und lässt damit leider weiterhin den Verdacht bestehen, dass sich „Harmonic“ in erster Linie selbst gefallen will.  Dass alle Beteiligten besser und pointierter musizieren können, bedarf  keiner weiteren Erläuterung und so bleibt zu hoffen, dass sich Philm beim nächsten Mal einfach auf das besinnen, was auch der Welt ausserhalb ihres Proberaums gefallen könnte.

 



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