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Oathbreaker – Eros | Anteros

In der griechischen Mythologie sind Eros und Anteros die Söhne der Aphrodite. Die Liebe und die Gegenliebe. Passender Name für ein Album welches gleichzeitig so unterschiedlich und doch so stimmig ist.

Oathbreaker kannte ich bisher als die Band, deren Frontfrau nur anhand der Stimme zu identifizieren ist, da ihr Gesicht, zumindest bei Konzerten und auch im Video zu „Glimpse of The Unseen“ vom Vorgängeralbum „Mælstrøm“ , stets von ihrer üppigen Haarpracht versteckt wird.

Inwiefern das ein kluger Schachzug oder nur eine Marotte ist, kann ich nicht beurteilen, auf jeden Fall hat es den positiven Aspekt, dass das optische, im Gegensatz zu anderen Bands mit weiblicher Beteiligung, angenehm in den Hintergrund rückt. Nur das musikalische zählt.

Nun, wenn man die ersten 2 oder 3 Songs betrachtet, mag einem beim ersten Hören keine wirkliche Veränderung auffallen, der Sound ist immer noch recht chaotisch und hebt sich stilistisch nicht besonders vom Vorgängeralbum ab. Es ist vielleicht ein wenig ausgereifter und gestraffter, ob das aber ausreicht um ein gutes Album zu machen wird sich noch zeigen müssen. Natürlich schlagen grossartige, groovige Songs wie „No Rest For The Weary“ oder „Upheaval“ das Niveau andere Kapellen immer noch um Welten, aber das Niveau mit dem sich die Band messen lassen muss, sind sie selbst.

Den ersten Überasschungsmoment erfahren wir aber dann doch bei den thematisch miteinander verbundenden Songs „As I Look Into The Abyss“ und „The Abyss Looks Into Me“. Im Grunde genommen entstammen beide Songtitel einem Zitat Friedrich Nietzsches, welcher da lautet: „Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.

Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“. Dieses Zitat lässt sich wunderbar auf die Songs anwenden, welche auch musikalisch den Dreh-und Angelpunkt des Albums darstellen, denn so wie man in der ersten Hälften des Albums nur in den Abgrund hineingeschaut hat, so saugt er uns in der zweiten Hälfte völlig auf.

Etwas irritierend wirkt hier vielleicht die Aussage, dass sich gerade dort Klargesang ausmachen lässt, aber wer an dieser Stelle Geträller im Stile von Evanescence oder Nightwish erwartet, der hat bisher nicht richtig aufgepasst. Bedrohlich walzen die Gitarren bis zur musikalischen Eruption am Songende. Ab hier könnte man das Album stellenweise fast in die Doom-Metal-Ecke schieben, aber Oathbreaker verstehen es geschickt ihr eigenes Konzept zu wahren und sich damit auch selbst unberechenbarer zu machen. „Offer Aan De Leegte“ und „Agartha“ führen diesen Weg konsequent weiter, bis das Album mit der kafkaesken und post-rockig angehauchten Soundballade „Clair Obscur“ beenden. Wow!

Das hier produktionstechnisch auch ganze Arbeit geleistet worden ist, ist wohl aufgrund der Tatsache, dass hier Kurt Ballou (Converge) selbst Hand angelegt hat, selbstverständlich.

Wer sich Teile dieses postapokalyptischen Meisterwerks nun auch mal live anhören möchte, dem sei gesagt, dass Oathbreaker passend zum Albumrelease am 20.08. auf Tour sein werden. Ich werde mir das garantiert nicht entgehen lassen!

01 – (Beeltenis)
02 – No Rest For The Weary
03 – Upheaval
04 – As I Look Into The Abyss
05 – The Abyss Looks Into Me
06 – Condor Tongue
07 – Offer Aan De Leegte
08 – Agartha
09 – Nomads
10 – Clair Obscur



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