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Nihiling – Nihiling

Sich selbst genug? Nach den prätentiösen Albentiteln „Egophagus“ und „M[e]iosis“ bleibt der dritte Langspieler der Post-Rock Querköpfe Nihiling aus Hamburg schlicht selbstbetitelt. Ein Statement für einen Kurswechsel?

Um die Frage ohne Umschweife zu beantworten: Ja. Der Haken an der Sache: Nihiling umschweifen gern, schon immer. Also: Nein. Ein kurzer Kommentar zu „Nihiling“, einer Rock-Novelle in sieben Akten.

Novelle daher, weil das gewohnte Post-Rock-Schema sich dynamisch zwischen immer den selben Eckpunkten bewegt, die wir damals im Deutschunterricht pauken durften: ausgedehntes Intro, Zuspitzung, Wendepunkt, Abklang, Wendepunkt… Altbewährt und doch nie veraltet. Auch Nihiling erwiesen Goethe und Kumpanen bisher mit dicht gewobenen, düsteren Klangerzählungen alle Ehre.

Die Dynamik auf „Nihiling“ ist eine andere, eine wiegende statt eine wogende, die Songs ziehen sich eher in sich selbst zurück, als auszubrechen und entfalten sich still und heimlich zwischen den Takten.

Am markantesten ist dabei Nihilings immer schon stark ausgeprägte Affinität zu elektronischen Spielereien aller Art. Gitarreneffekte stapeln sich über knackigen Drum-Computer-Beats und schneidenden Synthieklängen. Gitarrenwände schrumpfen im Zeitraffer auf ihre Fundamente zurück, reduzierte, aber hartnäckige Melodien bilden das Grundgerüst für gleichermaßen entschleunigte wie tanzbare Songs.

Tanz-was? Tatsächlich. Mit seinen pulsierenden Beats und teils tief bluesig gefärbten Rhythmen fließen Stücke wie „Do Not Make Me Axe You Again“ klangheimlich durch den Körper und dulden keinerlei Widerstand. Die Sirenen-gleiche Stimme der Bassistin Alex, die sich silbrig durch das Bass-Dickicht spinnt, trägt ihr Übriges zu der hypnotischen Anziehungskraft eines Albums bei. Die Selbstsicherheit und Spielfreude Nihilings zeigen sich auf ihrem dritten Album vor allem in dem, auf was sie bewusst verzichtet.

Diese neue Zielstrebigkeit lässt das dritte Nihiling Album weniger düster als bisher wirken, tut der gewohnt mythischen Atmosphäre ihres Sounds allerdings keinerlei Abbruch. Schwelgende Klavierintros, spukhafte Tremoli, stürmisches Rauschen… Goethe wäre stolz.

Tracklist:

1. Verylargetelescope
2. Plot
3. Do Not Make Me Axe You Again
4. Hips
5. Tragic
6. The Universe Is Something That Happens
7. The Lesson Of Being Who We Are



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