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Käptn Peng und die Tentakel von Delphi – Das nullte Kapitel

Käptn Peng

Wer noch nie von Käptn Peng gehört hat, kennt vielleicht den erfolgreichen Schauspieler Robert Gwisdek, der bereits mit dem Filmpreis ausgezeichnet wurde.

Käptn Peng und Robert Gwisdek sind eine Person. Wer jetzt denk „Wow, toll, ein weiterer Schauspieler, der sich in der Musik versucht“, sollte sich erst einmal das „nullte Kapitel“ von Gwisdeks Alterego anhören. Gemeinsam mit seinem Bruder Johannes und drei weiteren Musikern gründete Robert Gwisdek 2013 die Gang und veröffentlichten noch im gleichen Jahr das Debüt „Expedition ins O“, gefolgt von „Alki Alki“ (Soundtrack zum Film von Alex Ranisch) in 2015. Nun sind sie mit weiteren 15 Tracks wieder da!

Wie auch bei den Vorgänger sticht die überlegte und doch ein wenig surreale Wortwahl vor allem raus. Kein gewöhnlicher HipHop über schnelle Autos, Gangsterdasein, Kohle und Drogen, sondern dadaistische Songtexte, die irgendwo zwischen Irrsinn und Gehirnyoga zu verorten sind. Schwer zu fassen und leicht überfordernd im ersten Augenblick, aber es bleibt nie gezwungen akademisch, sondern kommt ziemlich lockerlässig rüber. Irgendwie kritisch, aber nie mit erhobenen Zeigefinger kommt die Gruppe daher. Keine Ahnung, wovon gesprochen wird? Nimm das: „Das Peng gebar sich selbst im Dichterdarm des Wörterwals. Es wuchs über Tage und Jahre, bis es Finger auf den Augen und Ohren an den Füßen trug. Es tanzte durch die Blutbahn des Wals, bis es den Rand seines mächtig pumpenden Herzens erreichte. Dort erblickte es das leise singende Bing, das den Wal am Leben erhielt.“  Und das ist nur der Anfang von dem „Nullte Kapitel“.

Noch dazu kommt das musikalische Können der Band, die sich fast ein wenig manisch auf die Instrumente stürzen (die übrigens auch aus Alltagsgegenständen bestehen können wie Bürsten, Töpfen, Fahrradklingeln). Neu sind auch die Synthis, die dem ganzen eine gewisse Glätte verleihen ohne es in seiner Qualität einzudämmen. Dennoch bleibt nichts so richtig hängen, man konzentriert sich auf die Texte, die Beats ziehen nur ein wenig nach. Manche Songs sind auch weniger stark, wie „Spiegelkabinett“, das durch den etwas quäegeligen Sound leicht nervig wird.

Vielleicht könnte man es als dadaistischen Philosophie-Rap mit abgespacten Funkrock-HipHop-Sound beschreiben, das in mehreren Metaebenen zwischen Selbstfindung und Grenzerfahrungen wabert. Insgesamt ist es jedoch mal eine gelungene Abwechslung zu dem üblichen Deutschrap ohne auf klassische Wortwitze und eigensinnigen Charme zu verzichten.



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