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Vinyl Galore & Plattenspieler

Girlie/Pigeon – Split EP

Girlie Pigeon

Was die zwei Berliner Bands Girlie und Pigeon gemeinsam haben, ist ein scharfer, gitarrenlästiger Sound mit einer melancholischen Note. Im Spannungsfeld zwischen Post-Punk, Indie, Punk und Emo teilen sich die beiden Bands eine raue, analoge Stimmung. Nun geben sie ihre Split EP bei Späti Palace heraus.

Girlie sind auf der A-Seite vertreten. „Term and Conditions“ klingt mit seinem ruhigeren Beat wie ein nächtlicher Monolog über sieben Minuten. Die Verzerrungen der Gitarre gleichen einem Herumwälzen im Bett, während der pulsierende Bass Dunkelheit bringt. Der Song entwickelt sich von einem Nachtgedanken zu einem gewaltigen Loslassen im Klang. Heller ist die Stimmung in „Girlie Youth“, das trotzdem immer diese für Girlie typische melancholische Note besitzt – vor allem dank des Gesangs. Der Refrain bleibt gleich im Kopf, genau wie der verzerrte, dichte Gitarrensound. Stark und eindrucksvoll fallen die Riffs in „Interregnum“ herunter, wie die Perlen einer zerrissenen Kette. Schön erklingen die Vocals mit dem Chor, der Song ist pure Lust nach Musik, um sich damit laut zuzudröhnen.

Mit „Bird Migration“ legen Pigeon auf der B-Seite ein rasantes Tempo vor. Wie auf der A-Seite bleiben auch hier die Verzerrung, die Direktheit und die Stimmung. Fließend und abgeschliffen schaffen die Berliner einen raffiniert lauten Sound. Beispiel dafür ist „Douglas“ mit seinem sanften, doch starken Einstieg, den dynamischen Wechseln und dem verzerrten Bass. Hier sind Pigeon in ihrer eigenen Musik verloren, der instrumentale Teil am Ende verleiht diesen Eindruck von Spontaneität, als ob der Song sich jammend von selbst entwickeln würde. Zuletzt kommt „Skids“, wo der rufende Gesang über einen fließenden Teppich gleitet. Die Gitarre schneidet, der Bass flicht.

Laut, rau und verzerrt sind diese sechs Tracks auf der EP. Doch nie fehlt Melodie, die den Sound wenn auch reich an noisigen Eskapaden abrundet. Dieser sanfte, schmutzige Klang zieht sich über die ganzen 27 Minuten der EP, die als kleiner Vorgeschmack für größere Werke beider Bands perfekt ist.



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