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Vinyl Galore & Plattenspieler

Fleet Foxes – Helplessness Blues

„Das Album ist wie ein Monster“ gibt Robin Pecknold zu Protokoll und spricht aus eigener Erfahrung. Der 25 jährige Mastermind der Fleet Foxes hat viele Federn gelassen und damit ist nicht nur sein Haar gemeint. Um das meisterwartete Album 2011 ranken sich viele Gerüchte und Geschichten.

Schreibblockaden, Abbruch der Aufnahmen, Neukompositionen, Krankheit, Verlust von Beziehungen bis hin zur Selbstaufgabe. „I woke up a dying man without a chance“ heißt es in „Battery Kinzie“ und man kann sich vorstellen unter welchem Druck der Mann gestanden hat. „Montezuma“ nutzt  den Gospel als Struktur und holt den Folk zurück. „In dearth or in excess / both the slave and the empress/will return to the dirt I guess, naked as when they came“ zeigt Pecknold an der Grenze zum Selbsthass. Autobiografischer sind die Texte.  Nicht so vernebelt und abstrakt wie auf dem Debut. Es gibt altbekanntes wie „Lorelai“ oder „Bedouin Dress“ das mit einer Countryfiddel aufwartet. Es sind aber gerade die epischen Songs  die ganz grosses Singwriting offenbaren. Entrückte Choräle , fragil gezupfte Gitarren und der Einstieg mit dem Piano über eine Querflöte in „The Plains/Bitter Dancer“ sind zeitlos, grazil und zeugen von wirklichem musikalischem Verstand.  „Helplessness Blues“ mit seiner Melodiendichte und den Zeilen „I was raised up believing /I was somehow unique“ das mit seinem musikalischem Break in der Mitte auch textlich bricht: „If i had an orchard /I’d work till I’m sore“ geben dem Album eine unglaubliche Wucht und Tiefe. „The Cascades“ ist nicht nur ein Intermezzo oder Mittel zum Zweck  sondern pure musikalische Schönheit. Dann der Song der nicht von dieser Welt scheint. „The Shrine / An Argument“ mit  seinen wundervollen Gitarrenappregien und den Worten „I went down among  the dust and pollen /to the old stone fountain in the morning after dawn“ gehen durch Geist und Körper. 3 Akte umfasst diese Folkrockoper. Pecknold schreit auf:“Sunlight over me no matter what I do“ und  leitet in den zweiten Teil. Klarinetten, Pauken und im Finale brechen Freejazzbläser mit der Stimmung. Weltklasseniveau!! Fleet Foxes haben es sich nicht leicht gemacht und recht behalten. Der langwierige Prozess hat sich ausgezahlt und zeigt eine gereifte Band der Zeit nicht wichtig zu sein scheint. Am Ende bittet uns „Blue spotted tail“ nochmal genauer hinzuhören wie zu einer Zeit als wir noch Kinder waren. „Why in the night sky are the lights on?/ Why is the earth moving round the sun “ Pure Reflektion ? „You would come to me then without answers“ singt Robin Pecknold am Ende in „Grown Ocean“. Rätselhaft wie das Meisterwerk eines neuen Jahrzehnts. Helplessness Blues is a Life Thing!!!!!!!!!!

 



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