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Entropia – Vesper

Jedem Trend folgen gleichzeitig auch jene Puristen die sich für die musikalische Elite halten und neue Genres und Bands verteufeln, weil sie ihrer Meinung nach nicht mehr die Ideale vertreten auf denen das jeweilige Genre gegründet wurde. Stellvertretend kann man hier sicherlich den Begriff „True Metal“ in den Raum werfen.

Aber trotzdem kann wahrscheinlich jede Szene ein Lied davon singen, dass die zunehmende Popularität eines Genres sowohl Vor- als auch Nachteile hat, und wer hätte schon gedacht, dass es einmal, den doch recht Mainstreamfeindlichen Black Metal treffen würde?

Bekanntestes Beispiel für diese neue Welle des „modernen“ Black Metal sind sicherlich Wolves In The Throne Room, aber auch einige andere Bands springen inzwischen mit auf den modernen Zug auf, und sicher liegt es im Auge des Betrachters ob sie dem Genre neue, positive Aspekte hinzufügen können, oder, dass die Musik im Zuge der Popularität nur noch einen sehr oberflächlichen Stellenwert einnimmt.

Auch Entropia haben mit „Vesper“ ebenso ein Album aus dem Ärmel geschüttelt, dass sich durchaus sehen lassen kann. Die neu eingeworfenen Aspekte sind minimal, aber sie verhelfen der Band durchaus zu einer Existenzberechtigung im Wust der aus dem Boden schiessenden moderneren Black Metal-Bands.

Der Sound des Albums erinnert mich stellenweise sehr an das „Two Hunters“-Album der Genrehelden Wolves In The Throne Room und dennoch empfinde ich gerade die Keyboardeinwürfe wie beispielsweise in „Gauss“ oder „Marat“ als sehr mutig und erfrischend. Und „Pascal“ beginnt mit einem wunderschön atmosphärischem Intro.

„Post Rock meets Black Metal“, so könnte man das Album ganz allgemein zusammenfassen.

Extrem schnelle Parts sind selten, das gesamte Album bewegt sich eher im Midtempo-Bereich und besitzt dadurch an vielen Stellen auch enorm viel Groove. Besonders empfohlen sei hier der Song „Marat“.

Fazit:

„Vesper“ ist ein vielseitiges Album, welches sogar ein paar Ohrwürmer zu bieten hat, was in dem Genre sicher nicht unbedingt üblich ist. Das Album lässt sich auf der Bandcamp-Seite der Band für den fairen Preis von 5 € herunterladen, kann aber auch als CD-Version bestellt werden, allerdings sollte man dort der polnischen Sprache ein wenig mächtig sein.



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