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Vinyl Galore & Plattenspieler

BERICHT: Caspian & thisquietarmy | 16.11.2012 Druckluft Oberhausen

Wo man nicht oder nur mit Vocoder singt, dort lass‘ dich nieder.

Wo man singt, dort lass‘ dich ruhig nieder. Nun, bei Caspian singt niemand, aber das ignorieren wir jetzt erstmal. Ausser auf dem neuen Album, da singt man, wenn auch mit Vocoder und auch nicht so wirklich. Was damit gesagt werden soll: Da wo du dich wohlfühlst, da kannst du auch ruhig mehrmals hingehen. Das denken sich vermutlich nicht nur viele Besucher des Drucklufts, das in letzter Zeit mehr als ein Paar Mal Schauplatz exquisiter Postrock-Konzerte (inkl. eher bescheidener Sanitäranlagen) war. Auch Caspian tauchten nun schon zum zweiten Mal in Oberhausen und auf der Bühne des Druckluft auf.

Vor einigen Jahren, ganz in der Nähe, spielten Caspian ihr erstes Deutschlandkonzert – der Steinbruch in Duisburg ist und bleibt damit eine ganz besondere Erinnerung, wie Philip und Joe im Interview mit Pretty in Noise (Link coming soon) verrieten. Seitdem hat sich viel getan, der Songkatalog der Band aus Massachusetts hat sich vergrößert, nicht zuletzt durch das Release des aktuellen Albums Waking Season. Und dieses Album führten die fünf (eigentlich sechs) von der Westküste dann auch dem euphorischen oberhausener Livepublikum im Druckluft vor.

Nach einem Ambient-/Postrock-/Einmannbandmitlooperunddrumcomputer-Vorspiel von thisquietarmy betraten Caspian die (im Vergleich zu sonst mehr Raum im Saal für Publikum lassende) Bühne und eröffneten ihren Teil des Abends mit Waking Season, dem Opener ihres gleichnamig betitelten Albums. Neben diesem Intro machten Stücke vom aktuellsten Album circa die Hälfte des Sets aus, die andere Hälfte teilte sich in Tertia und The Four Trees auf. So viel kann man sagen – die neuen Stücke funktionieren trotz Samples und generell mehr Elektronik auch wunderbar in einer Live-Umgebung, auch wenn (im Falle des Drucklufts) der Bass ein wenig zu kurz kam, was besonders den ansonsten sehr heftigen und eigentlich letzten Song Fire Made Flesh ein wenig zu schwachbrüstig daherkommen ließ. Insgesamt war der Sound, wie auch die Stimmung aber gut, sodass es natürlich kein Wunder war, dass Caspian nach einem kurzen Ende noch für eine Zugabe von zwei Songs auf die Bühne kamen, deren letzterer natürlich, traditionsgemäß, der Klassiker Sycamore war – und so ein episches Konzert einen einen epischen Epilog fand.

Fotos: Robin-M.Aust



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