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Vinyl Galore & Plattenspieler

INTERVIEW: Strange Boy

Strange Boy

Eating Anna’s Rabbit Delicious zeigt Strange Boys lustige, bewegende und instinktive Art zu texten.

Der Titel stammt von einer herrlich seltsamen Instagram-Caption, über die der Sänger Kieran Brunt stolperte:

It’s set at a dinner party where someone learns about the death of a celebrity. It’s quite tongue-in-cheek, playing with optimism and a sense of existential darkness.

Kieran Brunt

Matt Huxley fügt hinzu: „a hazy summer tune, tapping into a sense of nostalgia“.

Die vorherige Single How Come That Blood ist eine ehrfürchtige und bittersüße Reise durch eine Landschaft voller Spannung und Erleichterung, die eine cineastische Großartigkeit einfängt. Durch die Verschmelzung von Brunts klassisch geschultem Gesang mit Huxleys elektronischen Klanglandschaften ist How Come That Blood eine starke Mischung aus choraler Ekstase und gemeinschaftlichem Hedonismus auf der Tanzfläche.

Samstag Abend und Sonntag Morgen: Das Heilige und das Profane. Dies sind die kreativen Räume von Strange Boy. Desillusioniert von den of elitären Hierarchien des klassischen Gesangs, wandte sich Brunt der Welt des Songwritings zu, wobei er eine Liebe für Geschichtenerzähler wie The Magnetic FieldsRufus Wainwright oder Anohni hegte. Brunt webt eine chorische Erzählung über Huxleys atmosphärische Welt voller Symbolik, Erhabenheit und Verbundenheit.

Nach zwei EPs (Annunciation, 2017 und Suburbia, 2018) kehren Strange Boy nun mit einem tiefgründigen Knall zurück. Wir haben die Band interviewt.

Strange BoyEating Anna´s Rabbit Delicious

Eure Musik klingt so, als ob sie Einflüsse aus ziemlich vielen verschiedenen Quellen hat. Ich höre Indie, etwas Elektro und einige Sounds, die ich nicht wirklich einordnen kann. Wie seid ihr auf die Musik gekommen, die ihr macht?

Ha- danke! Diese Dinge sind auf jeden Fall enthalten. Wir versuchen, Elemente aus unserer Lieblingsmusik zusammenzubringen – experimentelle/elektronische Musik, Ambient, Folk etc. – und hängen sie an das Gerüst meines Songwritings, das in seiner Form und seinen Referenzen ziemlich traditionell ist. Es gibt nichts Besseres als eine großartige Melodie gepaart mit einer tollen Geschichte oder einem lyrischen Konzept.

Ihr habt auch mit dem London Contemporary Orchestra gearbeitet, für das du deine Musik entsprechend arrangiert hast. Was war das für eine Erfahrung?

Es war eine große Freude, mit den Musikern des London Contemporary Orchestra zu arbeiten. Die Arrangements von Nico Muhly sind recht anspruchsvoll, und sie haben sie wunderbar gespielt. Ich kenne die Gruppe gut, da ich schon ein paar Mal als Sängerin mit ihnen aufgetreten bin – mit Jonsi und Alex Somers in Paris, was wirklich cool war, und kürzlich auf dem Soundtrack für The Matrix.

Eure neue EP How Come That Blood wird über Grönland Records erscheinen, die hauptsächlich deutsche Künstler:innen vertreten. Wie siehst du diese Zusammenarbeit?

Wir sind wirklich froh, mit Grönland zusammenzuarbeiten. Das ist ein Label mit wirklich coolen Künstlern und einem sehr hilfsbereiten Team. Ich kenne Berlin sehr gut und habe hier in der Vergangenheit viel gearbeitet, also ist es toll, meine Verbindung zu diesem Ort zu stärken.

Wie habt ihr entschieden, wo ihr einen Song beenden wollt? Ich kann mir vorstellen, dass ihr eure Songs immer und immer wieder überspielt habt.

Wir haben definitiv die Tendenz, zu viel Zeit mit den Songs zu verbringen, so dass es oft schwer ist, zu wissen, wann man aufhören muss. Meistens dann, wenn unser Mischtechniker es nicht mehr aushält, noch mehr Überarbeitungen vorzunehmen! Wir nehmen gerade unser Debütalbum auf und haben uns eine Deadline gesetzt, weil es bei der Vinylproduktion derzeit große Verzögerungen gibt. Bisher hat uns das sehr geholfen, denn so haben wir keine Zeit, zu viel nachzudenken und an den Dingen herumzudoktern.

Wie unterscheidet sich das Publikum in Großbritannien von dem in Deutschland, wenn es um eure Musik geht?

Ich bin mir nicht sicher, ob sich das Publikum hier großartig von dem in Großbritannien unterscheidet. Es scheint, dass beide aufmerksam und offen für die Art von rohen Erfahrungen sind, die wir mit unserer Musik zu schaffen versuchen. Wenn wir live spielen, kann es ziemlich intim werden, und wir versuchen, das Publikum in einen kathartischen emotionalen Raum zu drängen. Kürzlich haben wir eine Live-Session im Radio in Berlin gespielt (Radio Eins) und es wurde ziemlich intensiv im Raum, was cool war.

Ich kann mir eure Liveshows in einzigartigen Veranstaltungsorten wie Kirchen oder anderen ungewöhnlichen Orten vorstellen. Ich nehme an, dass besonders Sunken Cathedral fantastisch wäre, um es live mit einem Orchester zu sehen. Wie sieht deine Traumshow von dir selbst aus?

Wir würden die Songs gerne live mit einem großen Orchester spielen, also absolut. Die EP klang am Ende ziemlich episch und manchmal sogar cineastisch, also wäre es wirklich cool, in einem großen Raum zu spielen. Früher haben wir es vermieden, in Kirchen zu spielen – ich war früher Chorsängerin und habe mein Leben an solchen Orten verbracht – aber jetzt kommen wir wieder auf die Idee zurück. Unser Kunstwerk ist in der Kathedrale von Exeter in Großbritannien entstanden, und wir hatten das riesige Gebäude ein paar Stunden lang für uns allein. Es wäre cool, diese Art von Erfahrung mit einem Publikum zu teilen.

Apropos live – was ist in Arbeit? Was würdest du gerne auf Tournee machen oder gibt es andere Pläne als Tourneen in der nahen Zukunft?

Tourneen sind definitiv in Planung, nächstes Jahr werden wir richtig loslegen. Für den Rest des Jahres werden wir nicht mehr allzu viele Live-Shows spielen – wir müssen ein Album fertigstellen!

Titelbild: Strange Boy | (c) Özge Cöne




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